Hier ist eine Aufschlüsselung, wie natürliche Haarpigmente die Farbauswahl beeinflussen:
1. Arten von Melanin:
* Eumelanin: Dies ist verantwortlich für dunkelbraunes und schwarzes Haar. Je mehr Eumelanin vorhanden ist, desto dunkler ist das Haar. Verschiedene Arten von Eumelaninmolekülen bestimmen die Braun- und Schwarztöne.
* Phäomelanin: Dies ist verantwortlich für rote und blonde Haare. Es produziert gelbe und rote Pigmente. Personen mit überwiegend Phäomelanin haben rotes oder blondes Haar.
* Beide: Die meisten Menschen haben eine Kombination aus Eumelanin und Phäomelanin. Das Verhältnis zwischen beiden bestimmt die resultierende Haarfarbe.
2. Haarfarbstufen:
Haarfärber verwenden ein Nummerierungssystem (normalerweise 1-10, manchmal aber auch 1-12), um die Helligkeit oder Dunkelheit der Haare zu beschreiben, wobei 1 Schwarz und 10 (oder 12) das hellste Blond ist. Ihr natürliches Haarniveau hat erheblichen Einfluss auf das Ergebnis jedes Haarfärbevorgangs.
* Dunklere Stufen (1–5): Wenn Sie mit dunklem Haar beginnen, ist eine stärkere Aufhellung (Bleichung) erforderlich, um hellere Farbtöne zu erzielen. Dies kann dazu führen, dass während des Liftingvorgangs mehr Wärme (Rot-/Orangetöne) zum Vorschein kommt.
* Hellere Stufen (6–10): Helleres Haar lässt sich leichter anheben und neigt weniger dazu, starke warme Töne zu ziehen. Im Allgemeinen ist es einfacher, hellere, leuchtendere Farben zu erzielen.
3. Untertöne verstehen:
Natürliches Haar, selbst scheinbar „neutrales“ Braun oder Blond, hat warme oder kühle Grundtöne. Diese Untertöne werden während des Färbevorgangs deutlicher.
* Warme Untertöne: Dazu gehören Rot, Orange und Gold. Dunkles Haar hat oft warme Untertöne, die schwer zu neutralisieren sind.
* Kühle Untertöne: Dazu gehören Blau, Grün und Violett. Helleres Haar kann manchmal kühle Untertöne haben, was es schwierig machen kann, superwarme Farbtöne zu erzielen.
* Neutrale Untertöne: Dabei handelt es sich um weniger dominante warme oder kühle Töne.
4. Wie Pigmente die Farbauswahl beeinflussen:
* Farbtheorie: Farbtheorie ist unerlässlich. Wenn Sie den Farbkreis verstehen, können Sie Farben auswählen, die vorhandene Untertöne ergänzen oder neutralisieren. Zum Beispiel:
* Brassigkeit entgegenwirken: Wenn Sie dunkles Haar aufhellen und messingfarbene (Orange-)Töne erhalten, kann ein Toner mit blauen oder violetten Pigmenten dabei helfen, die unerwünschte Wärme zu neutralisieren.
* Verbesserung der Wärme: Wenn Sie die natürliche Wärme Ihres Haares verstärken möchten, wählen Sie Farben mit Gold- oder Kupfertönen.
* Anforderungen zum Heben: Die Menge an Aufhellung, die zum Erreichen der gewünschten Farbe erforderlich ist, hängt von Ihrem natürlichen Pigment ab. Dunkleres Haar muss stärker geliftet werden, was zu mehr Schäden führen kann. Überlegen Sie, ob die gewünschte Farbe realistischerweise ohne übermäßige Schäden erreichbar ist.
* Farbauftrag vs. Aufhellung: Einige Haarfarben lagern nur Pigmente ab (z. B. Direktfärbemittel), während andere vorhandene Pigmente anheben und neue Farbe auftragen (z. B. permanente Farbstoffe). Ihre Wahl hängt von Ihrer natürlichen Farbe und dem gewünschten Ergebnis ab. Zum Beispiel:
* Wenn Sie hellblondes Haar haben und es dunkler machen möchten, können Sie oft eine demipermanente Farbe verwenden, die Pigmente ablagert, ohne sie zu färben.
* Wenn Sie dunkelbraunes Haar haben und blond werden möchten, müssen Sie Bleichmittel verwenden, um Ihr natürliches Pigment anzuheben, bevor Sie die blonde Farbe auftragen.
* Grauabdeckung: Grauem Haar fehlt Pigment. Dies macht es farbbeständiger und erfordert häufig spezielle Formeln, um eine ordnungsgemäße Abdeckung und Langlebigkeit zu gewährleisten.
* Vorherige Farbe: Frühere Färbemittel oder chemische Behandlungen können die Reaktion Ihres Haares auf die neue Farbe beeinflussen. Zuvor gebleichtes oder dauergewelltes Haar ist möglicherweise poröser und nimmt die Farbe ungleichmäßig auf.
Praktische Implikationen für die Farbauswahl:
* Konsultieren Sie einen Fachmann: Ein Haarfärber kann Ihr natürliches Haarniveau, Ihre Untertöne und Ihren Haarzustand beurteilen und Ihnen die am besten geeigneten Farben und Techniken empfehlen. Sie können auch vorhersagen, wie Ihr Haar auf den Färbevorgang reagieren wird, und Schäden minimieren.
* Strangtest: Bevor Sie Farbe auf den gesamten Kopf auftragen, führen Sie einen Strähnentest an einer verdeckten Haarpartie durch, um zu sehen, wie die Farbe ankommt, und um mögliche Nebenwirkungen abzuschätzen.
* Bedenken Sie Ihre Untertöne: Wählen Sie Farben, die zu Ihrem Hautton und Ihrer Augenfarbe passen, und arbeiten Sie mit Ihren natürlichen Untertönen, anstatt sie zu kontrastieren.
* Schrittweise Änderungen: Wenn Sie eine drastische Änderung vornehmen (z. B. von Dunkelbraun zu Blond wechseln), tun Sie dies schrittweise, um Schäden zu minimieren und Ihrem Haar Zeit zu geben, sich anzupassen.
* Seien Sie realistisch: Beachten Sie, dass die Farbe, die Sie auf einem Foto sehen, möglicherweise nicht in einer Sitzung erreicht werden kann, insbesondere wenn Sie dunkles Haar haben.
* Wartung: Wählen Sie eine Farbe, die Sie beibehalten möchten. Einige Farben erfordern häufigere Ausbesserungen als andere.
* Verwenden Sie farbsichere Produkte: Schützen Sie Ihre Farbe mit sulfatfreien Shampoos und Spülungen für gefärbtes Haar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Verständnis Ihrer natürlichen Haarpigmente und ihrer Wechselwirkung mit Farbstoffen entscheidend für erfolgreiche und schmeichelhafte Haarfärbeergebnisse ist. Insbesondere bei größeren Farbveränderungen ist es immer eine gute Idee, einen professionellen Coloristen zu konsultieren. Durch die Berücksichtigung Ihres natürlichen Haarniveaus, Ihrer Untertöne und des gewünschten Ergebnisses können Sie eine schöne, gesunde und lang anhaltende Farbe erzielen.