1. Bindungen brechen und neu knüpfen:
* Wasserstoffbrücken: Dabei handelt es sich um schwache Bindungen, die durch Wasser oder Hitze leicht aufgebrochen werden können. Deshalb ist das Haar geschmeidiger, wenn es nass ist oder Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Beim Styling kommt es vor allem darauf an, diese Bindungen vorübergehend aufzubrechen.
* Salzbindungen: Ähnlich wie Wasserstoffbrückenbindungen sind auch Salzbindungen relativ schwach und anfällig für Wasser- und pH-Änderungen.
* Disulfidbindungen: Dabei handelt es sich um starke Bindungen, die die Proteinketten im Haar verbinden. Sie sind für das natürliche Lockenmuster bzw. die Glätte des Haares verantwortlich. Um die Haarstruktur *dauerhaft* zu verändern, müssen Sie diese Bindungen manipulieren (z. B. Dauerwellen-, Entspannungs-, Keratinbehandlungen).
2. Feuchtigkeitsgehalt:
* Die Rolle von Wasser: Wasser zerstört Wasserstoff- und Salzbindungen, wodurch das Haar flexibler und leichter formbar wird. Nasses Haar kann in Form gebracht und anschließend im gewünschten Stil getrocknet werden. Während es trocknet, bilden sich die Wasserstoff- und Salzbindungen in der neuen Konfiguration neu und tragen so dazu bei, den Stil beizubehalten.
* Auswirkung der Luftfeuchtigkeit: Luftfeuchtigkeit fügt der Luft Feuchtigkeit hinzu, wodurch die Wasserstoffbrückenbindungen, die die Frisur an Ort und Stelle halten, wieder aufgebrochen werden können. Aus diesem Grund können Frisuren bei feuchtem Wetter kraus werden oder ihre Form verlieren.
3. Werkzeuge und Produkte:
* Wärmegeräte (Haartrockner, Glätteisen, Lockenstäbe): Wärme liefert Energie zum Aufbrechen von Wasserstoffbrückenbindungen und trägt außerdem dazu bei, das Haar in der neuen Form zu trocknen und den Stil festzulegen. Auch hohe Hitze kann bei übermäßiger Anwendung das Haar schädigen.
* Stylingprodukte (Haarspray, Gele, Mousse, Seren):
* Haarspray: Erzeugt einen Film, der die Haarfasern zusammenhält, sie vor Feuchtigkeit schützt und so den Stil beibehält.
* Gele/Mousses: Sorgen Sie für Halt und Definition, indem Sie den Haarschaft umhüllen. Einige enthalten auch Inhaltsstoffe, die Feuchtigkeit anziehen oder abweisen.
* Seren/Öle: Verleiht Glanz, glättet Frizz und kann eine Barriere gegen Feuchtigkeit bilden.
4. So funktionieren verschiedene Stile:
* Begradigung: Durch die Hitze eines Glätteisens werden Wasserstoffbrückenbindungen aufgebrochen und die Platten des Bügeleisens zwingen das Haar physisch in eine glatte Form. Das Haar wird in diesem Zustand getrocknet, wobei in der geraden Position Wasserstoffbrücken neu gebildet werden.
* Eisstockschießen: Ähnlich wie beim Glätten werden durch Hitze Wasserstoffbrückenbindungen aufgebrochen. Das Haar wird um einen Lockenstab oder Lockenwickler gewickelt, um die Lockenform zu erzeugen, dann getrocknet und mit neu gebildeten Wasserstoffbrückenbindungen fixiert.
* Flechtarbeiten/Hochsteckfrisuren: Die physische Manipulation der Haarsträhnen kombiniert mit Spannung und häufig Stylingprodukten, um die Form zu halten. Wasserstoffbrückenbindungen sind etwas gestört, aber der primäre Halt kommt von der mechanischen Struktur des Zopfes oder der Hochsteckfrisur.
5. Dauerhafte Veränderung der Haarstruktur:
* Dauerwelle: Chemikalien werden verwendet, um Disulfidbindungen aufzubrechen, das Haar wird um Lockenwickler herum umgeformt und anschließend wird eine weitere Chemikalie verwendet, um die Disulfidbindungen in das neue Lockenmuster umzuwandeln.
* Entspannend: Ähnlich wie bei Dauerwellen brechen Chemikalien Disulfidbindungen. Anschließend wird das Haar geglättet und Disulfidbindungen werden in die gerade Konfiguration zurückgebildet.
* Keratin-Behandlungen: Obwohl Keratinbehandlungen oft als „Glättung“ bezeichnet werden, wirken sie anders. Sie umhüllen das Haar mit Keratinprotein und versiegeln es mithilfe von Hitze. Dadurch werden nicht unbedingt Disulfidbindungen aufgebrochen, aber es verändert die Struktur des Haares, indem es Gewicht hinzufügt und die Schuppenschicht glättet, wodurch es einfacher zu handhaben ist und weniger anfällig für Kräuselungen ist. Einige stärkere Keratinbehandlungen enthalten Chemikalien, die Disulfidbindungen teilweise aufbrechen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beim Stylen der Haarstruktur die Bindungen im Keratin des Haares, hauptsächlich Wasserstoff- und Salzbindungen, mithilfe von Wasser, Hitze, Werkzeugen und Stylingprodukten manipuliert werden. Dauerhafte Veränderungen erfordern die Veränderung der Disulfidbindungen durch chemische Prozesse. Die Wirksamkeit jeder Stylingtechnik hängt von den natürlichen Eigenschaften des Haares, den gewählten Methoden und Umweltfaktoren wie Luftfeuchtigkeit ab.