1. Verstehen Sie die Ursachen der Dehnung:
* Schwerer Schmuck: Dies ist der häufigste Schuldige. Das Gewicht von schwererem Schmuck (vor allem von Ringen oder großen Stücken) zieht am Piercing und weitet es mit der Zeit allmählich auf.
* Schmuck rund um die Uhr tragen: Ständiges Tragen, auch von leichtem Schmuck, kann auf lange Sicht zur Dehnung beitragen. Die Haut braucht Pausen, um zu heilen und ihre Elastizität zu bewahren.
* Mit dem Schmuck spielen: Das Drehen, Ziehen oder ständige Manipulieren Ihres Schmucks kann das Piercing reizen und zu einer Dehnung führen.
* Trauma: Hängenbleiben, Stöße oder andere physische Traumata am Piercing können das umliegende Gewebe schädigen und zu einer Vergrößerung führen.
* Schmuck von schlechter Qualität: Materialien, die nicht biokompatibel sind (wie Nickel oder bestimmte Kunststoffe), können Reizungen, Entzündungen und letztendlich Dehnungen verursachen, wenn Ihr Körper versucht, mit dem Reizstoff umzugehen.
* Reibung: Wiederholte Bewegungen wie Lippenschürzen, Reiben an den Zähnen oder häufige Lippenbewegungen können Reibung verursachen, die zur Dehnung beiträgt.
* Alterung: Mit zunehmendem Alter verliert unsere Haut an Elastizität, wodurch Piercings anfälliger für Dehnungen werden können.
* Individuelle Anatomie: Die Haut mancher Menschen ist von Natur aus elastischer oder neigt zu Dehnungen als andere.
2. Prävention ist der Schlüssel:
* Tragen Sie leichten Schmuck: Entscheiden Sie sich für leichtere Materialien wie Titan, Niob, Glas oder Chirurgenstahl. Vermeiden Sie schwere Ringe, Hanteln mit großen Enden oder übermäßig verzierte Teile.
* Schmuck verkleinern, wenn es angebracht ist: Wenn Ihr Piercing verheilt, sollten Sie den Schmuck verkleinern. Überlänge oder Durchmesser schaffen mehr Bewegungs- und Dehnungsspielraum.
* Machen Sie Pausen vom Tragen von Schmuck (vorsichtig!): Wenn Ihr Piercing vollständig verheilt ist (normalerweise nach mindestens 6 Monaten, möglicherweise aber auch länger), sollten Sie erwägen, Ihren Schmuck für kurze Zeit am Tag oder an einigen Tagen in der Woche abzunehmen. *Beginnen Sie langsam* und achten Sie auf Anzeichen von Schrumpfung oder Schließung. Arbeiten Sie sich zu längeren Zeiträumen hoch. Wichtig: Entfernen Sie *keinen* Schmuck von einem neuen oder nicht vollständig verheilten Piercing, da dieser sich sehr schnell verschließen kann.
* Vermeiden Sie es, mit Ihrem Schmuck zu spielen: Achten Sie auf Ihre Gewohnheiten. Vermeiden Sie es bewusst, Ihren Lippenring zu verdrehen, zu ziehen oder daran herumzufummeln.
* Wählen Sie hochwertigen Schmuck: Bleiben Sie bei seriösen Marken und Materialien, die von Piercern empfohlen werden. Bestätigen Sie, dass die Materialien für Implantate geeignet und frei von Blei und Nickel sind.
* Schützen Sie Ihr Piercing: Seien Sie vorsichtig bei Aktivitäten, die zu Traumata führen können, wie zum Beispiel beim Sport oder bei heftigen Auseinandersetzungen.
* Achten Sie auf eine gute Mundhygiene: Halten Sie die Piercingstelle sauber, indem Sie sie nach dem Essen und vor dem Schlafengehen mit einer Meersalzlösung (1/4 Teelöffel nicht jodiertes Meersalz auf 8 Unzen warmes Wasser) spülen. Eine gute Mundhygiene reduziert Reizungen und fördert gesundes Gewebe.
* Reizstoffe vermeiden: Achten Sie auf Dinge, die Ihr Piercing reizen könnten, wie zum Beispiel bestimmte Lippenstifte, Lippenbalsam oder Zahnpasta.
3. Was tun, wenn Sie eine Dehnung bemerken:
* Bewerten Sie die Situation: Wie viel Dehnung gibt es? Gibt es Schmerzen, Rötungen oder Ausfluss?
* Konsultieren Sie einen seriösen Piercer: Das ist der wichtigste Schritt! Ein professioneller Piercer kann die Situation einschätzen, Sie individuell beraten und Ihnen dabei helfen, die beste Vorgehensweise zu bestimmen. Sie können Folgendes empfehlen:
* Schmuck wechseln: Ein Piercer empfiehlt möglicherweise, die Größe auf eine kleinere Stärke zu verkleinern oder auf einen anderen Schmuckstil umzusteigen, um Gewicht und Druck zu minimieren.
* Richtige Nachsorge: Sie verstärken die richtigen Reinigungstechniken und die Nachsorge, um sicherzustellen, dass das Piercing so gesund wie möglich ist.
* Tragen Sie keinen Schmuck mehr (konsultieren Sie zuerst den Piercer): Wenn die Dehnung erheblich ist und/oder Beschwerden verursacht, empfiehlt Ihnen Ihr Piercer möglicherweise, den Schmuck vollständig zu entfernen und das Piercing schließen zu lassen. Dies ist nicht ideal, wenn Sie das Piercing behalten möchten, kann aber notwendig sein, um eine weitere Dehnung oder Komplikationen zu verhindern. *Tun Sie dies niemals ohne Rücksprache mit einem Piercer, wenn Sie das Piercing behalten möchten, da Sie es möglicherweise verkleinern können.*
4. Mögliche Optionen zur Minimierung eines gedehnten Lochs (überlegt nach der Heilung):
* Narbenrevision (chirurgisch): Dies ist eine extremere Maßnahme, aber ein plastischer Chirurg oder Dermatologe kann manchmal die Piercingstelle operativ bearbeiten, um die Größe des Lochs zu verringern. Dabei wird in der Regel überschüssiges Gewebe entfernt und der Bereich neu vernäht. Es wird eine Narbe hinterlassen.
* Punch and Taper (vor der Operation berücksichtigt): Ein Piercer kann die gedehnte Haut möglicherweise mit einem Stempel entfernen und ihn dann auf eine kleinere Größe verjüngen.
Wichtige Überlegungen:
* Versuchen Sie nicht, zu schnell zu verkleinern: Das Einführen kleinerer Schmuckstücke in ein gedehntes Piercing kann zu Rissen, Schmerzen und Infektionen führen.
* Hören Sie auf Ihren Körper: Wenn Sie Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Ausfluss verspüren, suchen Sie sofort einen Piercer oder Arzt auf.
* Geduld ist der Schlüssel: Das Reduzieren der Dehnung erfordert Zeit und konsequente Anstrengung.
Der beste Ansatz besteht darin, proaktiv zu sein und Dehnungen von vornherein zu verhindern. Wenn Sie Veränderungen an Ihrem Piercing bemerken, zögern Sie nicht, professionellen Rat einzuholen.